BERLIN-PLANER: GESCHMACKSSACHE: KOCHMEISTERSCHAFTEN
Quelle: Berliner Zeitung 06.06.2008 von Eva-Maria Hilker
Foto: Marco Müller von der Weinbar Rutz, Michael Kempf vom Facil und Andrea Girau von Ana e Bruno bewegen sich auf hohem Niveau (v. l.).
Kulinarisches Aushängeschild
Berlins Meisterköche finden weltweit Anerkennung. Unter den diesjährigen Nominierten gibt es neben bekannten Sterneköchen drei neue Namen
Ich kleiner Koch habe doch keine Chance gegen die Großen!" - das sagt er im Trapattoni-Italienisch und macht eine typische Handbewegung. Andrea Girau ist seit sieben Jahren Koch und Küchenchef von Ana e Bruno und nominiert in der Kategorie Berliner Meisterkoch. Wen er als "die Großen" bezeichnet, das sind Berlins Sterneköche, die zum großen Teil auch wieder nominiert sind.
Bobby Bräuer (siehe oben links) war letztes Jahr Meisterkoch, steht also wieder auf der Liste. Matthias Buchholz (siehe unten links) ist traditionell schon von Anfang an immer dabei. Stefan Hartmann (von Hartmanns) war letztes Jahr Aufsteiger des Jahres 2007, ist dieses Jahr logischerweise auch Anwärter. Michael Hoffmann (Margaux) muss wieder mit, Thomas Kammeier (siehe oben rechts) und Kolja Kleeberg (siehe unten rechs) - alle sind sie Sterneköche, und Christian Lohse (Fischers Fritz) hat sogar zwei davon. Die Neu-Nominierten: Michael Kempf und Marco Müller haben auch einen - Andrea Girau hat noch keinen.
Das mit dem kleinen Koch ist als Bescheidenheit zu verstehen. Der 34-Jährige hat auf Sardinien gelernt. Mit 18 Jahren ist er nach London, um sich in Sterneküchen weiterzubilden. 1997 kam er also in die Hauptstadt, startete bei Bruno Pellegrini im Ana e Bruno, wechselte aber nach einem Jahr zu Holger Zurbrüggen und begleitete ihn einige Jahre, bis er schließlich wieder bei Bruno Pellegrini landete.
Vielleicht klappt das mit dem Titel des Meisterkochs 2008. Im August setzt sich die Jury dieses Jahr zum dritten Mal zusammen. Es dreht sich bei den regelmäßigen Sitzungen nicht nur um den Berliner Meisterkoch, es geht auch um den Brandenburger, den Aufsteiger und den Maître des Jahres sowie um den Sommelier. Anschließend, dieses Jahr zum elften Mal, findet im Herbst das Gala-Diner der Meisterköche statt, das früher auch Hassemers Weihnachtsessen genannt wurde. Denn gegründet wurde diese kulinarische Initiative von Berlin Partner, die Agentur, die sich um das Hauptstadtmarketing kümmert, unter dem damaligen Geschäftsführer Volker Hassemer. Und eine Gastronomie von Weltklasse zieht immer - sowohl Geschäftsleute als auch Touristen nach Berlin.
So hat es den jungen Koch Michael Kempf zum Potsdamer Platz gezogen. Er hat bei seinem Antritt als Küchenchef im Facil vor fünf Jahren den Stern behalten, den René Conrad 2002 für seine Kochkunst erhielt. Zurzeit festigt er seine Handschrift sowohl mit Gewürzen und eigenkreierten Mischungen als auch mit Kontrasten zwischen weich und krustig. Auch Marco Müller ist ein hartnäckiger Kämpfer für die hohe Kochkunst, schätzt Teamarbeit und den Spaß nicht nur in der Küche, sondern auch den seiner Gäste.
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